
Viele Unternehmen und Privatpersonen verlassen sich auf moderne Speichersysteme, um ihre wertvollen Daten sicher zu verwahren. Besonders beliebt sind RAID-Systeme, die für mehr Geschwindigkeit und Ausfallsicherheit sorgen. Doch ein häufiger Irrtum besteht darin, RAID mit einer echten Datensicherung gleichzusetzen. In Wirklichkeit erfüllen RAID und Backup völlig unterschiedliche Aufgaben – und wer seine Daten wirklich schützen möchte, braucht beide.
Was ist ein RAID-System?
RAID steht für „Redundant Array of Independent Disks“. Mehrere Festplatten werden dabei zu einem Verbund zusammengeschaltet, um Geschwindigkeit, Ausfallsicherheit oder beides zu verbessern. Fällt eine Festplatte aus, kann das System je nach RAID-Level weiterarbeiten, ohne dass Daten sofort verloren gehen. Diese Redundanz schafft Vertrauen, ersetzt aber keine separate Sicherung.
Die Grenzen von RAID
So leistungsfähig RAID-Systeme sind, sie schützen nicht vor allen Risiken. Ein RAID kann keine Fehler durch versehentliches Löschen, Softwareprobleme, Ransomware oder Feuer- und Wasserschäden verhindern. Zudem besteht die Gefahr, dass bei einer fehlerhaften Rekonstruktion Daten beschädigt werden. In solchen Fällen hilft oft nur eine professionelle RAID-Datenrettung mit hoher Erfolgsquote, doch besser ist es, Datenverlust im Vorfeld mit einem Backup abzusichern.
Was versteht man unter einem Backup?
Ein Backup ist eine vollständige oder teilweise Kopie aller wichtigen Daten, die unabhängig vom Original gespeichert wird – idealerweise an einem anderen physischen Ort oder in der Cloud. Backups schützen nicht nur vor Hardwaredefekten, sondern auch vor menschlichen Fehlern und externen Angriffen. Entscheidend ist, dass Backups regelmäßig erstellt, überprüft und sicher aufbewahrt werden.
RAID und Backup: Ein starkes Duo
RAID-Systeme sind wertvoll, um die Verfügbarkeit zu erhöhen und Ausfallzeiten zu minimieren. Backups hingegen sind unverzichtbar, wenn es um die Wiederherstellung von Daten nach Verlust oder Manipulation geht. Erst die Kombination aus beiden sorgt für echten Schutz: RAID hält Systeme am Laufen, während Backups dafür sorgen, dass verlorene Daten jederzeit wiederhergestellt werden können.
Best Practices für Unternehmen und Privatnutzer
- Regelmäßigkeit: Backups sollten in festen Intervallen durchgeführt werden, um immer aktuelle Daten verfügbar zu haben.
- Vielfalt: Nutzen Sie mehrere Backup-Methoden, z. B. lokale Datenträger und Cloud-Speicher.
- Überprüfung: Testen Sie regelmäßig die Wiederherstellbarkeit Ihrer Backups.
- RAID-Pflege: Kontrollieren Sie den Zustand Ihrer Festplatten und überwachen Sie Ihr RAID-System kontinuierlich.
RAID und Backup erfüllen unterschiedliche, aber ergänzende Aufgaben. Während RAID für Stabilität und Performance sorgt, schützt nur ein konsequentes Backup vor Datenverlust in allen Szenarien. Wer auf langfristige Datensicherheit setzt, sollte daher niemals auf eines der beiden verzichten.